{"id":146,"date":"2008-09-13T01:35:48","date_gmt":"2008-09-13T00:35:48","guid":{"rendered":"http:\/\/ktk.netlabs.org\/blog\/?p=146"},"modified":"2008-09-13T01:35:48","modified_gmt":"2008-09-13T00:35:48","slug":"tour-de-seoul","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ktk.netlabs.org\/blog\/2008\/09\/tour-de-seoul\/","title":{"rendered":"Tour de Seoul"},"content":{"rendered":"<p>Nach der LIFT bin von Jeju nach Seoul geflogen, wo ich mich in Fes 1-Zimmer Appartment einquartiert habe. Da sie tags\u00fcber arbeiten musste war es an mir, mich zu besch\u00e4ftigen. Wie zu erwarten traf ich aber an der LIFT viele Leute und in Korea ist es offenbar \u00fcblich, das jeder und jede eine Visitenkarte hat und die inflation\u00e4r weiter gibt. Sprich innerhalb von kurzer Zeit hatte ich einen Berg von Karten und selber nat\u00fcrlich keine mehr, da ich darauf nicht vorbereitet war. Am Sonntag begann ich also mal einige der Leute zu fragen, ob sie diese Woche noch Zeit f\u00fcr ein Treffen in Seoul h\u00e4tten, was alle sehr gerne angenommen haben.<\/p>\n<p>Seoul selber ist eine ziemlich spezielle Stadt, vor allem f\u00fcr mich aus der kleinen Schweiz. Die Stadt ist wirklich riesig, vom Flugzeug aus wirkt sie wie eine sehr volle Spielkarte in Sim City 2000! Man sieht nicht enden wollende Quartiere mit unterschiedlichen H\u00e4usern, Fl\u00fcssen, H\u00fcgeln und Strassen. Um vom Flughafen am Stadtrand (Gimpo) zu Fes Wohnung zu fahren, war ich 90 Minuten (!!) per Metro unterwegs, und das permanent in der Stadt. Selbstverst\u00e4ndlich war dies nur ein Bruchteil des riesigen Metro-Netzes hier. Die folgende Woche verbrachte ich also tags\u00fcber mit Metro fahren, um einige der \u00fcber 10 Millionen Einwohner zu besuchen, die ich nun kannte.<\/p>\n<p>Im Gegensatz zu S\u00fcdost Asien ist Seoul viel n\u00e4her an Europa. Man befindet sich zwar klar in Asien, was man an Dingen wie der oftmals sehr h\u00e4sslichen Architektur in den St\u00e4dten, den vielen Leute auf den Strassen, Streetfood, Leuchtreklamen und viel zu viel Verkehr erkennt. Aber zwischendurch findet man wundersch\u00f6ne Quartiere, die \u00e4hnlich einer Altstadt in Europa koreanische Architektur pflegen oder man findet sich pl\u00f6tzlich in einem Quartier voller kreativ kleiner H\u00e4user und Gallerien, das auch irgendwo in einer europ\u00e4ischen Stadt stehen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Leben bedeutet hier folglich f\u00fcr die meisten Leute auch Hardcore-Kapitalismus. Arbeiten ist hier definitiv Lebensinhalt. 45-60 Stunden pro Woche zu arbeiten ist laut den Leuten, die ich kennen gelernt habe eher die Regel, als die Ausnahme. In einigen Firmen geht man nach wie vor nicht nach Hause, bevor der Chef dies tut. Die Metro schliesst um Mitternacht und Fe meinte mal, wenn dies nicht der Fall w\u00e4re, w\u00fcrden sie wohl auch die halbe Nacht durch arbeiten. Gerade viele Junge Leute sind damit nicht mehr wirklich zufrieden. Ich hatte sehr spannende Gespr\u00e4che mit einigen, von sehr linken Jungs die sich fragen, wohin es nach dem Kapitalismus f\u00fchren k\u00f6nnte, bis zur Wirtschafts-Studentin, die sich offenbar noch nie gefragt hat, ob Kapitalismus vielleicht f\u00fcr irgendjemand Nachteile haben k\u00f6nnte. Sie beklagte sich aber dar\u00fcber, das arme Leute eifers\u00fcchtig auf die Reichen seien und deren Geld wollten. Ein Problem war aber offensichtlich: Fast alle besser gebildeten Jungen w\u00fcnschen sich fr\u00fcher oder sp\u00e4ter einen Job im Aussland, sprich das Land leidet unter <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Braindrain\">Braindrain<\/a>. F\u00fcr mich ist das allerdings unter den gegebenen Umst\u00e4nden auch kaum erstaunlich, ein Leben nach der Arbeit gibt es hier f\u00fcr viele nicht.<\/p>\n<p>Ich habe hier also ein spannendes, komplett anderes Asien kennen gelernt, als dies z.b. letztes Jahr in Thailand &amp; Umgebung der Fall war. F\u00fcr mich war die Woche super spannend, zumal ich auch von Firmen wie Daum (quasi Google von Korea) eingeladen wurde und sie alle hell begeistert waren von meinen Ideen &amp; Projekten (netlabs.org). Daneben habe ich 4 Universit\u00e4ten besucht (davon gibt es hier unendlich viele) und auch einen Programmierer von netlabs.org getroffen, den ich zwar seit Jahren kenne, aber noch nie gesehen habe. Alles in allem eine sehr lustige Woche, die am Freitag Abend in einem der vielen Quartieren endete, wo sich die StudentInnen in der Nacht rumtreiben und abst\u00fcrzen. Ah ja Alkohol wird \u00fcbrigens hier auch massiv konsumiert und das mit der Begr\u00fcndung, dass man sich locker die Kante geben darf, wenn man soviel arbeitet unter der Woche. Der Staat zahlt \u00fcbrigens auch eine Pr\u00e4mie pro Kind (zuwenig Nachwuchs), allerdings bin ich der Meinung, eine 40-Stunden Woche h\u00e4tte diesbez\u00fcglich deutlich bessere Auswirkungen auf das Sexleben der Koreaner&#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach der LIFT bin von Jeju nach Seoul geflogen, wo ich mich in Fes 1-Zimmer Appartment einquartiert habe. Da sie tags\u00fcber arbeiten musste war es an mir, mich zu besch\u00e4ftigen. 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