Month: February 2009

  • Lost in Jakarta

    Das ist also die Stadt, vor der mich alle gewarnt haben. Die meisten Indonesier reagierten schon fast entsetzt als ich sagte, dass ich am Schluss meiner Reise noch einige Tage in Jakarta verbringen werde. You will hate it within two days, war eine der Aussagen.

    Nun sitze ich im Flughafen in Dubai und habe Jakarta überlebt. Ich verstehe allerdings auch, warum viele Leute mit der Stadt ein Problem haben: Einen grossen Teil der Zeit verbringt man in Jakarta zwangsläufig im Stau, zumindest wenn man nicht den ganzen Tag zu Hause sitzt. Die Stadt hat aktuell 18 Millionen Einwohner und so gut wie keinen öffentlichen Verkehr. Es gibt nur zwei Varianten von einem Bus: Einen Express-Bus mit separater Fahrbahn und den “Wildstyle” Bus, der hält wo es ihm gerade passt, fällt fast auseinander und sieht wenig vertrauenserweckend aus. Sonst gibt es noch etwas Tuktuk ähnliches, nennt sich hier Bajaj und wurde von Indien importiert, Sammeltaxis und auch viele Motorroller. Das Problem ist offensichtlich: Alles muss durch dieselben Strassen fahren und die Kapazitäten vom Express-Bus sind viel zu klein für die Grösse der Stadt.
    Seit eingen Jahren arbeitet man an einem Projekt für eine Monorail, allerdings sieht man davon nur halbfertige Betonsäulen. Je nachdem wen man fragt heisst es die Technik sei nicht ausgereift, die zu erwartenden Passagierzahlen zu klein, der Ticketpreis zu hoch oder, ganz einfach, das Geld wegen Korruption ausgegangen.

    Der Zustand der Strassen ist eher schlecht, Schlaglöcher sind die Norm, wegen schlechter Bauweise und weil die Strassen regelmässig überflutet werden bei Regen. Das liegt wiederum daran, dass man oft keine Kanalisation baut neben den Strassen oder vorhandene Kanalisationen mit Müll füllt, die Löcher scheinen offenbar dazu einzuladen. Der Grund von Jakarta ist eigentlich ein Sumpf, früher waren hier viele Mangrovenwälder, welche die Regenmassen Puffern konnten. In den letzten Jahren wurden offenbar die letzten (geschützen) Gebiete durch illegale Villen für besser verdienende “aufgelöst”, sprich das Problem verschärft sich dadurch natürlich noch mehr.

    Als Fussgänger ist man in Jakarta ein Alien. Ich versuchte am zweiten Tag von einer der zig Shopping Malls zu Fuss in eine Hauptstrasse oder sowas ähnliches zu kommen. Ich habe es mangels Fussgängerstreifen nicht einmal über die Strasse geschafft, obwohl ich das an allen drei Lobbys der Mall versucht habe http://storecialis.net/cialis-daily/.  Etwas frustriert sprach ich einen Australier an, er lachte nur und meinte, das Konzept von Laufen funktioniere in Jakarta nicht und eine Hauptstrasse oder sowas gäbe es in der Form auch nicht. Plan B war einen Stadtplan zu kaufen und zumindest mit dem Taxi die Stadt erkunden. Das scheiterte daran, dass es keinen Stadtplan für Dummy-Touristen wie mich gibt und die FALK-Strassenkarte war etwas sehr overkill für das, was ich wollte.

    Ich war also wirkich etwas frustriert mit Jakarta, bis mich Fe eines Abends nach Chinatown fuhr. Zu meiner Überraschung findet man dort wirklich noch viele Bauten aus der Kolonialzeit, als Jakarta noch Batavia hiess. Ich machte bei Nacht einige Fotos der Bauten und am Sonntag verbrachten wir den ganzen Nachmmitag dort. Das war definitiv der beste Moment in der Stadt, der Hauptplatz war voll mit Jugendlichen aus Jakarta, die ohne Ende Fotos von sich und der Altstadt gemacht haben. Leider sind viele Bauten in extrem schlechtem Zustand, obwohl oder vielleicht gerade weil sie der Stadt selber gehören. Wenn man in den nächsten Jahren nicht reagiert, wird davon bald nicht mehr viel übrig sein. Ich fände das extrem schade, für mich ist die Seele von Jakarta in diesem Stadtteil, auch oder gerade weil er ziemlich “fucked up” ist. Nur ist das Erhalten von alten Bauten leider nicht eine Stärke von Asien, alt ist oftmals nichts Wert und wird früher oder später rücksichtslos abgerissen und überbaut. Ich habe mit vielen Freunden von Fe gesprochen und ihnen gesagt, dass man als Europäer genau so etwas sehen will, nicht Shopping Malls und Wolkenkratzer. Vielleicht realisiert die Stadt es doch noch…

    Tja und nun ist die Woche um, es gäbe noch viel zu Entdecken in Jakarta und ich werde auf jeden Fall wieder zurück kommen. Die Leute waren alle sehr offen und hilfbereit, ich habe eine deutlich konservativere Bevölkerung erwartet. Die westlichen Medien berichten über das Land in erster Linie über komische Gesetze (Stichwort Pornografie-Gesetz) und die Radikalisierung islamistischer Gruppen. Das entspricht zum Glück nicht meinen Erfahrungen in der Stadt!

    Mi Goreng bei der Schule wo Obama war als KindNeben dem Caffee BataviaSicht in die Altstadt mit den kaputten KolonialbautenNur noch die Grundmauern sind übrigDie Biketour um den Hafen & Altstadt, nicht mal fahren muss man selberBajaj, die indonesische Variante vom Tuktuk

  • The Prodigy in Singapur :-D

    Freitag Abend haben wir Bali verlassen und sind nach Singapur geflogen, im Gegensatz zu Indonesien war die Ankunft unproblematisch, Visa gibt es kostenlos und alles lief reibungslos und schnell. Einquartiert haben wir uns im Swissôtel Merchant Court, was eine wirklich gute Wahl war. Das Hotel liegt gleich neben Clarke Quay, einem kleinen Quartier aus dem 19. Jahrhundert, welches zu einer Bar/Restaurant-Meile umfunktioniert wurde. Chinatown ist ebenfalls nicht weit weg, vom Hotel aus kann man ohne Probleme hinlaufen und auch spät in der Nacht noch etwas essen.

    Singapur ist ja bekanntlich ein Stadtstaat, sprich es ist einfach eine einzige Stadt auf einer Fläche, die rund 55x kleiner ist als die Schweiz. Auf diesem Gebiet drängen sich 4.5 Millionen Einwohner, sprich viel mehr Einwohner pro Quadratkilometer als bei uns. Das Zentrum selber ist sehr überschaubar, wir sind in den Tagen öfters mal rumgelaufen und waren jeweils relativ schnell in einem anderen Quartier. Dazu gibt es ein sehr gut funktionierendes Netz von Metro & Bus, auch mit dem Taxi ist man meistens schnell unterwegs. Tja und damit hat es sich irgendwie schon, die Stadt selber besteht in erster Linie aus Shopping Malls, viel mehr kann man in diesem Land effektiv nicht machen. Die Architektur ist mit wenigen Ausnahmen nicht speziell, selbst bei den alten Gebäuden war ich nie sicher, ob das jetzt ein Original ist oder ein Nachbau. Sprich ich hatte öfters mal den Eindruck in einem grossen Disneyland zu sein. Fe vergleicht Singapur mit der künstlichen Welt aus der Truman Show, kommt auch ziemlich hin.

    In Chinatown kann man T-Shirts kaufen mit dem Aufdruck Singapore is a FINE city. Das ist eine Anspielung auf die vielen Verbote, die überall in der Stadt angebracht sind. Bei einer Fussgängerunterführung steht zum Beispiel effektiv, dass es 1000 Singapur-$ Strafe gibt (rund 750Fr), falls man mit dem Fahrrad durchfährt. Diese Schilder findet man in der ganzen Stadt, inklusive Metro & Bus. Allerdings übertreiben sie es meiner Meinung nach etwas, ich habe schon einige Chinatowns gsehen, von New York über Bangkok bis zu Kuala Lumpur. Nirgendwo war Chinatown so sauber, organisiert und folglich eben auch ziemlich langweilig wie hier in Singapur. Das zieht sich so natürlich durch die ganze Stadt. Eine alternative Szene habe ich nicht entdecken können, selbst die Jungen scheinen dem Shopping-Wahn erlegen zu sein und laufen mehrheitlich extrem aufgestiled rum.

    In der Nacht fand ich Singapur deutlich (ent-) spannender, etwas rumzulaufen war sehr gemütlich, die Temparaturen waren angenehm und die Luftfeuchtigkeit nicht zu hoch, allerdings ist es momentan laut Zeitung hier deutlich zu trocken. Samstag Nacht waren wir zuerst in den Bars rund um Clarke Quay und danach landeten wir im Zouk, einem bekannten Club. Dabei wurde mir mal wieder klar, warum die Laser Bestimmungen in der Schweiz einfach nur deprimierend sind, siehe Bilder weiter unten… Die Clubs sind übrigens (wie auch alle Restaurants) ausnahmslos rauchfrei, was zu meinem Erstaunen sehr gut funktioniert. Es war richtig schön, nach einer Nacht in einem Club Kleider zu haben, die nicht grausam stinken.

    Tja und Dienstag Abend kam dann das eigentliche Highlight hier in Singapur: Der Zufall wollte es, dass The Prodigy am Dienstag Abend in einem Park praktisch neben unserem Hotel ein Konzert gaben!  Das habe ich glücklicherweise Samstag Nacht gemerkt, als ich auf einem Plakat plötzlich was von Prodigy gelesen habe. Das Konzert war dann auf einer relativ kleinen Fläche in einem Park, sprich die Stimmung war grossartig und es waren nicht zuviel Leute dort, ganz im Gegensatz zum meinem letzten Konzert am Gurtenfestival. Kaum hatte das Konzert begonnen, wollte Fe zu meinem Erstaunen möglichst weit nach vorne gehen, wer schon mal an einem Prodigy Konzert war weiss, was das heisst. Es gibt da genau eine Möglichkeit, um nicht erdrückt zu werden: Bei jedem Stück genau so rumhüpfen, wie alle Leute um uns, vor allem bei der Grösse und dem Gewicht von Fe. Sprich wir waren innerhalb von kürzerster Zeit patschnass & ausser Atem, aber wir hielten tapfer bis zum Ende durch. Die Stimmung war grandios, nebst den Klassikern spielten sie einige Stücke, die ich noch nie gehört habe und die mich stark an die Rave-Tunes der frühen 90er erinnert haben. Stichwort Lead-Sounds, Hoover & Kork M1 Piano Chords, dazu Samples von Tracks, die ich auch irgendwo rumliegen habe :) Vom letzten Album haben sie nicht einen Track gespielt, was wohl einiges über dessen Qualität und ihre eigene Meinung dazu aussagt ;) Die meisten dieser neuen Tracks haben sie nicht kommentiert, am Schluss sprachen sie aber explizit von ihrem neuen Track, mit dem Titel Take Me To The Hospital. Passt doch :)

    Damit beendeten wir unseren Aufenthalt in Singapur, am Konzert kam in dieser Stadt wenigstens ein wenig Punk-Atmosphäre auf, obwohl The Prodigy danach im Bentley zum Hotel fuhren, werden eben alle älter. Nun sitze ich bereits in Jakarta und in einer Woche geht es schon wieder nach Hause. More later!

    Clarke QuayChilli Crab in China TownClinic, eine Bar von einem Kollegen von FeLasershow im ZoukThe Prodigy @ SingaporeFe im Konzertgetümmel